Vorarlberg Magazin: Verhöhnung, Kitsch, Müll
Vorarlbergs Müll-Landesrat Egger mit Kitsch- und Plastikabfall Rikki
Vorarlberg Magazin. Heute hat das Vorarlberg-Magazin vor der Haustüre gelegen. Das schwere Papier behandelt ein für die Landhaus-Journalisten nur schwer zu vermittelndes Thema: "Das Wohl unserer Kinder". Trotz der albumhaften Sammlung von Kinderbildern, mit denen der Amtswerbetext nur schlecht kaschiert ist, erkennt man auf Anhieb: Hier geht es nicht um die Kinder. Es geht nur um die Großen. Die "Großen" sind hier nicht etwa die Eltern. Es sind die, denen ihr Amt und das damit verbundene etwas überproportionale Einkommen buchstäblich in den Kopf gestiegen ist.
Eltern produzieren Kindergartenbedarf. Den Politikerbildchen musste man einen Text hinzufügen. Wie "gut" das gelungen ist, zeigt der Landeshauptmann, dem man folgenden Satz sagen lässt: "In Vorarlberg definieren die Eltern den Bedarf in der Kinderbetreuung". Nona, denkt man sich, das hatten wir ja schon - wenn nicht in der Aufklärungsstunde, dann wenigstens im Biologie-Unterricht gelernt, dass nämlich der "Bedarf an Kinderbetreuung" eine Funktion der Geburtenrate ist. Und dazu bedarf es wohl zwangsläufig der "Bedarf definierenden" Eltern.
Kinderpolitik wie vom Mars. Es ist eine Broschüre die keine Kinderwelt zeigt, wie sie heute in Schulen und Kindergärten, auf Plätzen und Straßen vorzufinden ist. Auch die Kinderfreundlichkeit ist derart gespielt, dass man aus Redakteuren und Politikern gerne ein eigenes Landestheater organisieren würde. Bei soviel Talent!
Plüsch- und Papierabfall. Die schwere und teure Porpagandabroschüre wird umgehend in den Vorarlberger Papiercontainern landen. Damit kann Vorarlbergs Müll-Landesrat, der Hohenemser Dieter Egger, wieder einen Erfolg vermelden, denn die Broschüre erhöht das Papiersammelaufkommen der Vorarlberger um punktgenau jene Tonnen die das Propagandamterial wiegt. Es wird kein Blatt fehlen. Ihm hat man folgenden tiefsinnigen Satz in der Broschüre unterlegt: "Mit Rikki wird Abfallvermeidung auch für unsere Kinder zu einem spannenden Thema". Warum nimmt er aber dann Abfallvermeidung im Landhaus nicht ernst und lässt einfach diesen Popagandamüll zu. Glaubt er seiner Kitschfigur aus Abfallplüsch, seinem "Rikki" nicht?
Kitschplüsch Rikki. Dass Abfallvermeidung auch mit dem Oberkitsch "Rikki", der "sympathischen Vorarlberger Symbolfigur für die Abfallvermeidung" für die Kinder ein "spannendes Thema" werden könnte, darf abgehakt werden. Es braucht schon eine große Distanz zum realen Leben und den Bedürfnissen der Kinder um so einen Schwachsinn zu glauben. Spannend bleibt für viele Kinder die Abfallvermeidung durch die Mängel der Vorarlberger Müllpolitik nur in dem Sinne: Ist die Mülltrennung und die damit verbundene Fliegenplage auf dem Balkon wichtiger als ihr Spielplatz dort? Tatsache ist doch, dass die Müllsäcke und Müllsammelplätze weitaus mehr Bedeutung haben als kindergerechtes Wohnen und Spielen haben.
Kulturferne. Das Thema Integration, Kultur und Multikultur hat man in dem Vorarlberg Magazin brav umschifft. Mit keinem Wort, Bild oder gar Politiker findet man hier einen Hinweis. Es wird scheinheilig eine "heile Welt" ohne Probleme vorgegaukelt. Aber vielleicht verstehen wir die subtile Integrationspolitik dieser Schlauberger nur nicht, die von der ersten bis zur letzten Seite reicht: Denn das Wort (Vorarlberg-) "Magazin" ist ein arabischer Migrant und die Seitennummerierung in arabischen Zahlen ebenso.
Also was beschwere ich mich, bei soviel verstecktem Multikulti?
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